Chronik von Bern

Shownotes

Alexander Beutler ist zu Gast bei Sascha Michael Campi im Neptun Podcast. Der Übersetzer spricht über sein Buch „Chronik von Bern“, das er vom Frühneuhochdeutschen ins heutige Deutsch übersetzt und kommentiert hat. Im Gespräch erzählt er von den Herausforderungen der Übersetzung und von der Geschichte hinter der Berner Chronik.

Inhalt "Chronik von Bern"
von Alexander Beutler
Bern: Neptun 2026. ca. 420 S., Illustrationen, Hardcover mit Schutzumschlag

Mit der neuhochdeutschen Übersetzung der Berner Chronik des Stadtschreibers Konrad Justinger (um 1365-1438) wird eine der zentralen Quellen zur Geschichte der Stadt Bern erstmals in einer zeitgemäßen, gut zugänglichen Fassung vorgelegt. Justingers Chronik, 1421 dem Berner Rat übergeben, gehört zu den wichtigsten historiografischen Texten zur Entstehung und Entwicklung der spätmittelalterlichen Stadtgemeinde Bern.
Die vorliegende Ausgabe basiert auf der maßgeblichen Edition des Theologen Gottlieb Studer (1871), die bislang ausschließlich im frühneuhochdeutschen Original vorlag. Aufgrund ihrer historischen Sprache ist diese Fassung für viele Leserinnen und Leser selbst für historisch Interessierte nur schwer zugänglich. Die neue Bearbeitung überträgt den Text erstmals vollständig in modernes Neuhochdeutsch und erschließt damit eine bedeutende Quelle der Schweizer und Berner Stadtgeschichte für ein breiteres Publikum.
Der Band geht auf ein langjähriges Forschungsinteresse des Herausgebers Alexander Beutler, Lektor und Sachbuchautor im Bereich der Geschichte, zurück. Ziel der Edition ist es, die Chronik sowohl für die wissenschaftliche Nutzung als auch für eine interessierte Leserschaft zugänglich zu machen. Grundlage bildet eine sorgfältige Übersetzung der überlieferten Fassung Studers.
Die Edition versteht sich zugleich als Würdigung des 2021 verstorbenen Historikers Pascal Ladner, der eine kommentierte Neuauflage der Justinger-Chronik geplant hatte. Die nun vorgelegte Arbeit greift dieses Vorhaben auf und führt es weiter. Fachliche Unterstützung erhält das Projekt durch ausgewiesene Expertinnen und Experten der Berner Mittelalterforschung, darunter Regula Schmid-Keeling (Universität Bern), Roland Gerber (Stadtarchiv Bern) und Kathrin Jost (PHBern).
Mit dieser modernen Ausgabe wird eine Schlüsselquelle der Berner Geschichte erstmals in einer Form verfügbar, die wissenschaftliche Präzision mit zeitgemäßer Lesbarkeit verbindet. Sie eröffnet damit einen neuen Zugang zu einem grundlegenden Werk der spätmittelalterlichen Chronistik.

Information und Bestellung:
https://www.neptunverlag.ch/detail/29790AB/

Transkript anzeigen

00:00:00: Der Autoren-Podcast präsentiert von Neptun Verlag.

00:00:06: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute zu Gast beim Neptun Podcast ist Alexander Heutler.

00:00:11: Wir sprechen heute über sein Buch Chronic der Stadt Bern.

00:00:15: Hallo Alex!

00:00:17: Alex, du bist ein sehr vielseitiger Mensch.

00:00:19: Du bist seit zwanzig Jahren schreiberisch tätig und lektoraktiv.

00:00:24: Du arbeitest für mehrere Verlagshäuser, hast unzählige Bücher lektoriert und nun auch einen Buch übersetzt über die Chronik der Stadt Bern.

00:00:35: Wie bist du auf die Idee gekommen?

00:00:37: Ausschlaggebend war mein Interesse an Geschichte generell.

00:00:43: Deswegen habe ich auch Geschichte und Literaturwissenschaften studiert an der Universität Freiburg.

00:00:50: Fasziniert dich denn an der Stadt Bern?

00:00:53: Ich bin in Bern aufgewachsen, habe mich sehr früh begonnen mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

00:01:00: Das hat bereits als Kind angefangen weil ich auch diverse Inputs erhalten habe von Lehrerinnen, die uns damals als Klasse durch die Stadt Bern geführt haben und uns natürlich die wichtigen Schaubletze vom geschichtlichen Auseinandersetzungen näher gebracht hat.

00:01:27: Und das hat bei mir wirklich den Ausschlag gegeben mich intensiver mit der Geschichte meiner Heimatstadt zu befassen.

00:01:37: Und irgendwann im Verlauf der Röscher-Grenn, die ich selber angestellt habe über die Stadt Bern bin ich auf die Chronik von Konrad Justinger gestoßen?

00:01:51: Für die, die es nicht wissen wer ist.

00:01:52: Konrad justinger genau!

00:01:54: Konradjustinger war der Stadtschreiber von Bern.

00:02:00: Er stande ursprünglich aus Deutschland und hat, ungefähr den Auftrag des Stadtrates erhalten, eine Chronik über die Geschichte der Stadt Bern zustellen.

00:02:14: Also das ist ja immer fasziniert vom Mittelalter.

00:02:17: oder ist es jetzt einfach speziell bei dieser Recherche als das so ergibt?

00:02:20: Oder was fasziniert dich denn am Mittelalter genau?

00:02:23: Die Quellenlage im Mittelalter ist sehr, sehr dürftig Weil es kaum Material gibt, die das Aufschluss geben kann über gewisse Vorgänge.

00:02:37: So dass die Forschung natürlich extrem schwierig ist.

00:02:42: Du

00:02:42: hast eigentlich eine Lücke gefunden, die du schließen möchtest oder du wirst dir bereits etwas aufklären weil nicht viel Material existiert.

00:02:49: Das kann man so sagen ja!

00:02:51: Was mich bei dir besonders überrascht hat was ich ins Manuskript reingelesen habe ist auch dein Schreibstil.

00:02:56: der ist sehr auffällig.

00:02:57: also Man denkt eigentlich zuerst in das reine Sachbuch, wenn man den Haltings reinliest muss man sagen es hat schon einen Romancharakter.

00:03:04: also das ist wirklich spannend geschrieben.

00:03:06: Ist das bewusst so gewählt dieses Reimann?

00:03:09: Genau das ist bewusstso gewählt weil ich mir gedacht habe dass ein solcher Text fließender zu lesen ist auch interessanter ist vielleicht sogar mitreißend kann an der einen und anderen Stelle Und das unterscheidet natürlich den Stil eines Sachbuches.

00:03:33: Wenn man ja ein bisschen auf Social Media herumblickt, dann erkennt man ja auch, dass es ja wirklich das Mittelalter dorthen aktuelles Thema ist gerade jetzt in Zeiten von Kai.

00:03:41: da findet man aktuell viele Aufnahmen, so sagen wir mal gefägte Drohnenaufnahmen die der Drohne über die Stadt Bern blieb und man dann da eigentlich das mittelaltere Leben kann bis nachgestellt aber Auch ein Zeichen, dass Interesse da ist für diese Zeit von damals.

00:03:59: Und ich finde das eigentlich jetzt eine ganz gute Kombination wenn du da jetzt kommst und da wirklich auch ein bisschen darüber berichtest wie das da zumal war.

00:04:05: was hat dich bei der Recherche am meisten fasziniert an Bernermittelalter?

00:04:10: Dass die Geschichte sehr gut angestellt wurde eben von Newstinger Er ja angewiesen war auf Dokumente, die in der sogenannten Stadtkiste lageten.

00:04:25: Und ich bin wirklich erstaunt, dass Justinger so viel Material zusammentragen konnte.

00:04:33: Du wirst jetzt irgendein guti präsentieren müsstest aus dieser Zeit oder aus dem Buch.

00:04:38: Das ist zu einer von deinen Lieblingsteilen aus dem Büch?

00:04:41: Beispielsweise... Ein Kapitel, das die Stadt Bern glaube ich immer noch nicht ganz aufgearbeitet hat.

00:04:49: Der Antisemitismus da bereits im threizenten Jahrhundert ein sogenannter Ritualmord stattgefunden hat.

00:05:00: Es sind Bezeichnungen jetzt sehr schwer hinterfragen weil Natürlich in jenen Zeiten die Juden einen sehr, sehr minderen Stellenwert hatten in der Gesellschaft.

00:05:16: Was viele Gründe hat und ausschlaggebend für diese mehr... Man sagt ob das wirklich stimmt weiß ich nicht aber man sagt dass damals ein vierjähriger Knabe von den Juden umgebracht wurde Und Ich denke Arin ist sich auch die Forschung heute einig weitgehend, dass das Ehre damit zusammenhängt.

00:05:41: Weil die Juden das Kreditgeschäft hatten, das den Christen verboten war und natürlich entsprechend viele Pfandbriefe besaßen von zum Teil sehr hochgestellten Persönlichkeiten der Stadt Bern.

00:05:58: Und man sah in diesem Augenblick oder hat es vielleicht sogar inszeniert um eben die Juden aus der Stadt streiten zu können, um diese Pfandbriefe einziehen zu können.

00:06:11: Also man kann eigentlich sagen... Man hat sich den Schulden auf eine ziemlich brüßke brutale Art und Weise entledigt!

00:06:23: Da schlägt ja mein Krimi-Herz gleich höher, das ist ja wirklich hoch spannend was ich da höre.

00:06:27: Gibt es denn mehr solche Anekdoten oder solche Geschichten als die Mittelalter?

00:06:32: hoch eingebaut hat.

00:06:34: Nicht explizit jetzt, was die Verfolgung der Juden betrifft.

00:06:38: aber es gibt natürlich diverse historische Ereignisse die auch verbrieft sind quasi, die nachgewiesen sind abgesehen von der einen oder anderen Jahreszahl die nicht korrekt ist wo sich Justinger getäuscht haben.

00:06:55: Aber ich nenne ein Beispiel Die Schlacht beim Schoss halten zwölfhundertneunundachtzig.

00:07:03: Die ist

00:07:04: in die Geschichte eingegangen, weil die Folgen Bern hat verloren.

00:07:11: Die Folge damals waren heute würde man sagen exorbitante Reparationszahlungen an das Habsburger Reich und man stellt auch... ich weiß nicht inwieweit sich die Forschung da einiges, da gehen Meinungen natürlich auseinander.

00:07:30: Tatsache ist aber, dass vermutlich diese Niederlage auf dem Schoss halten dazu geführt hat oder anderen dazu geführte.

00:07:43: Dass man sich überlegt hat wie könnte man die Finanzen wieder bereinigen und es dann eben zu diesem ich sage noch mal wahrscheinlich inszenierten Ritualmord gekommen ist

00:07:56: Was bei einem Projekt ja auch fachliche Unterstützung erhalten, unter anderem von Regula Schmidt-Kehling von der Universität Bern, von Roland Gerber vom Stadtarchiv Bern oder auch von Kathrin Joost von der PH.

00:08:09: In wiefern konnten sich diese Fachleute unterstützen?

00:08:13: Frau Schmidt-Kehling war meine Professorin an der Universitet Freiburg, sie ist Expertin für Mittelaltergeschichte und hat sich sehr intensiv mit der Geschichte der Stadt Bern auseinandergesetzt.

00:08:26: Sie, ich habe sie vor allem kontaktiert eben einerseits weil sie meine Dozentin war und auf der anderen Seite weil sie ein Buch mit herausgegeben

00:08:37: hat

00:08:38: das sich um den Forschungsstand der sogenannten goldenen Handfeste von Bern beschäftigt Und die anderen beiden also Herr Gerber und Frau Joost habe zu einzelnen Fragen kontaktiert.

00:09:06: bislang keine Übersetzung gegeben hat von früher Hochdeutschen ins Neu-Hoch-Deutsche.

00:09:12: Es gibt einfach einzelne Auflagen, die beispielsweise vom Gottliebstuder im neunzehnten Jahrhundert publiziert worden sind.

00:09:21: Problematisch ist hierbei einfach weil der Duktus die Sprache an sich Wort und Satzstellungen übernommen wurden von der Originalkronik entsprechend schwer zugänglich ist, sodass ich mir überlegt habe.

00:09:42: Ich könnte eigentlich eine Neuhochdeutsche Fasse

00:09:45: unterstellen.".

00:09:46: Wer ist die Leserschaft von Chronik der Stadt Bern?

00:09:49: Sind das Reinde-Bernnerinnen und Berner?

00:09:52: Ist es etwas für die Sachbuchfans.

00:09:54: oder wie würdest du die Zielgruppe definieren?

00:09:57: Es ist für alle Leute, die sich für die Geschichte der Stadt bern interessieren und für Geschichten im Allgemeinen.

00:10:05: Also insofern würde ich schon sagen, habe ich darauf abgezielt dass es natürlich eine möglichst breite Leserschaft erreicht.

00:10:14: Es wegen auch die Vermischung zwischen Sachbuch und Beletristik weil es einfacher zu lesen ist und gleichzeitig so habe ich mir zumindest vorgestellt ein Nachschlagewerk für Wissenschaftler sein könnte

00:10:32: Wenn du nicht selber am Schreiben bist oder am Lekturieren, zu welchem Buch greifst Du?

00:10:37: privat?

00:10:39: Grundsätzlich eigentlich alle Orten von Literatur.

00:10:42: Aber mit Fokus auf Sam- und Fachliteratur was mit meinem Interesse für Geschichte aber auch für Literaturwissenschaften zusammenhängt.

00:10:53: Ich bin überzeugt dass wir noch öfters von Dir hören werden Lieber Alex!

00:10:57: Du machst das wirklich hervorragend und leistest da auch einen wichtigen Beitrag Für die Geschichte, auch auf der Geschichte der Stadt Bern.

00:11:04: Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg für dein Buchprojekt!

00:11:08: So nicht das Stadt Bern erscheint im Oktober beim Neptun-Verlag und wird auch als E-Book erhältlich sein.

00:11:13: Alex vielen Dank dass du hier warst.

00:11:16: ich bedanke mich lieber Sascha.

00:11:18: Der

00:11:18: Autoren Podcast wurde präsentiert vom Neptun Verlag.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.