Neu-Helvetia
Shownotes
In dieser Folge spricht Peter Beeli mit Sascha Michael Campi über seinen neuen Heimatlosenroman „Neu-Helvetia“, der im Herbst im Neptun Verlag erscheint.
Zum Buch „Bergindianer“
Davos, Mitte des 19. Jahrhunderts:
Mit der Schliessung des Erzbergwerks verliert das Hochtal einen seiner wichtigsten Arbeitgeber. Die wirtschaftliche Not ist allgegenwärtig.
Nach dem Tod ihres Vaters und dem Verschwinden der Mutter sind die Brüder Peter, Johann und Hans Luzi auf sich allein gestellt. Sie führen den Hof im Sertig weiter, schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und versuchen, mit ihrem einzigen Besitz, einem Pferd, eine Existenz aufzubauen.
Doch ein tragischer Unfall zerstört ihre Hoffnungen. Der soziale Abstieg ist unausweichlich: Vom Hof zieht es sie in eine heruntergekommene Baracke im Tal. Schließlich zwingt ein Gemeinderatsbeschluss sie, wie viele andere aus Davos und Klosters, ihre Heimat zu verlassen.
Die Reise führt sie nach Amerika: ein beschwerlicher Marsch, eine endlose Überfahrt, eine ungewisse Zukunft. In der neuen Welt warten nicht nur neue Chancen, sondern auch harte Prüfungen, bis hinein in den Bürgerkrieg.
Für Peter wird diese Reise zur existenziellen Erfahrung: Er begegnet der Grausamkeit des Krieges und entdeckt zugleich die Kraft der Liebe.
Transkript anzeigen
00:00:00: Der Autoren-Podcast präsentiert von Neptunverlag.
00:00:06: Liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer, heute zu Gast beim Neptun Podcast ist Peter Bailey.
00:00:12: Hallo Peter!
00:00:12: Ja,
00:00:13: das hast du schon.
00:00:15: Du kommst ja aus dem Tiefen Aargau nach Bern.
00:00:18: Möchtest du uns mal ein bisschen was erzählen über dich?
00:00:20: Wer sitzt mir hier gegenüber?
00:00:22: Also ich komme zwar aus dem tiefsten Aargauer, aber tief im Herzen bin ich ein Bündner da.
00:00:27: wo soll Okay.
00:00:28: Da liegen auch die Umsprünge von zwei meiner Bücher, auch vom Neuheil-Fezia.
00:00:32: Es ist eine Aufarbeitung meiner Geschichte oder der Geschichte meiner Vorfahren an Teil meines Vorfahrens, die sind nach Amerika angewandert und wenn mein Urgroßfahrt mit seinen Brüdern nach Amerika gegangen wäre dann würde ich heute nicht hier sitzen.
00:00:48: Du wirst doch heute irgendwo in Tiefen Amerika und würdest da wahrscheinlich Büche schreiben?
00:00:52: Es geht aber ein bisschen an den Anfang zurück, beruflich bist du ja ein sehr kreativer Mensch bereits.
00:00:58: Du hast deine eigene Firma auch?
00:01:00: Du tust Brands generieren für Firmen, habe ich das richtig verstanden?
00:01:04: Wie kann man sich das vorstellen?
00:01:05: Also wir sind ein bisschen speziell!
00:01:07: Wir bauen Brands auf... Das ist so die Firma Haasach Brand New und wir versuchen immer wieder brand new zu sein neue Dinge auf dem Markt zu werfen.
00:01:16: Und bei uns ist es ein bisschen speziell, wir entwickeln Brands nicht nur visuell oder nur inhaltlich, sondern wir versuchen das so gut wie möglich zu kombinieren.
00:01:27: Und ich bin für den Inhalt konzeptionell und auch dann in der Umsetzung verantwortlich.
00:01:32: also ich schreibe seit vierzig Jahren in der Zwischenzeit professionell und habe immer den Traum ein Buch zuschreiben die viele meiner Berufskollegen wahrscheinlich mir fehlten die Geschichten
00:01:48: Also den Entschluss empfasst, das jetzt umzusetzen.
00:01:51: Also ein Buch zu schreiben.
00:01:53: Das kommt ja dann irgendwann aus.
00:01:54: Die Idee hat man mal.
00:01:55: Gab es da eine spezielle Situation?
00:01:57: Oder gesagt, dass jetzt ist es soweit?
00:01:59: Es ist noch spannend.
00:02:01: Ich schließ mich kurz anstellen und es war nicht so arg... Beinkunden.
00:02:08: Das war nicht so das, was ich mir vorgestellt hatte und ich habe mich dann gedacht du brauchst unbedingt ein zweites Standbein.
00:02:15: und hat mich dann in meinem jugendlichen Übermut damals gesagt schreib doch einen Buch.
00:02:21: also ob man davon leben kann.
00:02:23: aber die Idee hab ich da nicht mehr losgelassen mit Felten wie gesagt die Geschichten und irgendwann kamen die Geschichte aus dem Nichts.
00:02:33: Demme gebrochen habe ich mal.
00:02:35: In der Zwischenzeit habe ich jede Woche zwei bis drei Ideen für Geschichten, die fliegen wir ein bisschen zu und offensichtlich spricht sich das unter den Geschichten herum, dass sie bei mir gut aufgehoben sind.
00:02:51: Wie schreibst du?
00:02:53: Bebrauchst du jemanden, der in absoluter Stille schreibt?
00:02:57: Bist Du eher der, der mit Kopfhörern im Zug sitzt.
00:02:59: wie kann ich mir das vorstellen bei dir?
00:03:01: Also ich habe Kopfhör im Zug, ja das ist so.
00:03:04: Ich schreibe viel im Zug weil da kann ich nicht von der Arbeit weglaufen.
00:03:09: Ja dann setze ich hier und ich schreiber eigentlich nur wenn ich genau weiß wie die Geschichte weitergeht.
00:03:15: Das sind feste Zeiten die du einhältst.
00:03:17: oder ist das spontan?
00:03:19: Oder sagst du nirgendwo am Mittwochnachmittag da ist wieder Zeit zum Schreiben?
00:03:23: Nein das muss sich mir einrichten und da gibt es immer wieder Lücken in einem sehr dichten Tag.
00:03:29: Das erste Buch hab' ich vor allem in den ersten Talia Buhe, dann habe ich vor allem in Eishallen in der ganzen Schweiz geschrieben.
00:03:38: Als ich meinen Sohn begleitet habe haben die Rocker Matches ja.
00:03:44: von daher und jetzt schreibe ich wirklich situativ.
00:03:47: also wenn ich Zeit habe, wenn ich Lust habe und vor allem wenn ich weiß wie die Geschichte weitergeht Ich sitze nie hin Geschichte weitergeht, weil dann artet es in Arbeit aus und Arbeit habe ich ja sonst schon genug.
00:04:04: Aber ich bin den ganzen Tag an der Geschichte, an die ich schon dran beden oder es kommen Ideen für neue Geschichten?
00:04:12: Schreibst du ja untereinander auch Krimis jetzt aber ein aktuelles Buch ist jetzt ein Heimatlosen Roman dem Titel Neue Helvetia.
00:04:20: Kannst du uns da ein bisschen über die Inhalte erzählen, was ich schon angesprochen habe?
00:04:23: Das hat ja auch etwas mit der Vergangenheit deiner Familie zu tun.
00:04:26: Genau!
00:04:27: Also es ist die zweite Daloser-Geschichte, die ich geschrieben habe.
00:04:31: Die ist jetzt angesiedelt in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und das geht... Es sind eine auswandere Geschichte, die auf Tatsachen beruht.
00:04:41: also es sind.. Ich weiß nie wie viele Generationen zurück das sind aber es sind die Brüder meines Ur Urgroßvaters, die nach Amerika ausgewandert sind.
00:04:54: Das waren vier Brüder und sie sind nach Amerika ausgewandert.
00:04:59: Aus dem Sertik also als Davos, Seitenthal des Davos das schönste Seitental von Davos sind ausgewandert nach Amerika und zwar noch Highland.
00:05:10: Highland ist insofern speziell weil das eine Gründung war vom von Zuppiger.
00:05:16: Das war ein Typ in Sursee, der die Obrigkeit nicht mehr gepasst hat und der hat mitten in Illinois die Stadt gegründet.
00:05:24: Die heißen New Helfecia und sind dorthin ausgewandert.
00:05:31: Spannend ist auch Peter Belli und zwei Brüder haben dann vom ersten bis zum letzten Tag im amerikanischen Bürgerkrieg gekämpft Was ich da zu feststellen muss auf Zeiten der Nordstaaten, also nicht der Südstaat hin.
00:05:51: Wo hast du denn all diese Informationen herbekommen?
00:05:53: Das ist ja alles weit zurück, das sind die Familien niedergeschrieben...
00:05:57: Also du, dass die B-Lis Wilhelm war ja der Gründer von Davos, zwölfneunundachtzig und dadurch ist eigentlich die Familiengeschichte recht gut dokumentiert mit Stammbaum und allem.
00:06:10: Erhofft hat mir sicher auch die Tatsache, dass ich ein Geschichtsblutium abgeschlossen habe an der Universität Zürich.
00:06:17: Also ich weiß wie man recherchiert dann ist mit Geschichte einfach zugeflogen.
00:06:24: das war wirklich sehr spannend.
00:06:26: Ein Buch habe bei mir Erinnerungen geweckt, allerdings nicht an ein anderes Buch sondern an einen Film.
00:06:31: Ich weiß nicht ob du den kennst und zwar der Golden Door.
00:06:34: Das ist ein sehr älterer Film.
00:06:37: Da geht es also um die italienischen Auswanderer, die dann auch nach Amerika umgesiedelt sind.
00:06:41: das war noch sehr interessant.
00:06:43: da gab's eine Szene, die ich nie vergessen habe Also eigentlich zwei Szenen.
00:06:45: Die eine war wie man die Italiener überhaupt nach Amerika gelockt hat.
00:06:49: Also da hat man früher alte schwarz-weiß Fotos verdiente gefaked waren.
00:06:53: Heute würden wir wahrscheinlich nicht KI mit Videos machen.
00:06:55: Das waren dann Bilder, wo man die Leute im Milchbaden hat gesehen.
00:06:59: Es gäbe Milchsäen da.
00:07:00: Dann hat man Früchte gesehen, die zwei Meter groß waren und so eine Traumwelt, dass man wirklich alle so gelockt hat.
00:07:07: Das zweite was mir geblieben ist, das war auch sehr traurig, dass die Zuteile in England dann einen Zwischenhalt gemacht haben.
00:07:12: Die wurden dort wie aussortiert, die mussten Tests bestehen und da gab es auch eine Szene wo dann die Oma nicht mehr mit durfte, musste sich die Familie trennen.
00:07:20: Es sind alles so sehr bewegende Sachen gewesen.
00:07:23: Ist das auch etwas was in deinem Roman vielleicht eine Rolle spielt?
00:07:27: Gab es da gewisse Kriterien, dass man überhaupt auswandern konnte in dieser Zeit?
00:07:32: Also ist ja spannend!
00:07:34: Ich kenne den Film nicht Aber es gibt doch Parallelen und ich finde das auch spannend.
00:07:39: Also die Jungs, die vier Jungs die dann nach Amerika müssen, die reden dann tatsächlich von Kühen mit sechs Äutern.
00:07:50: Die Reden vom Bäumen wo die Zweige brechen weil so viele Früchte dran hängen und jeder kriegt so viel Land dass er eigentlich ja tagelang reiten muss.
00:08:02: und was ist spannend?
00:08:05: Es gibt auch eine ganz spannende Geschichte zur Mutter.
00:08:10: Spannenderweise ist im Kirchenbuch in Davos als Mutter der vier Jungs eine Maria Kaufmann eingetragen und auf dem Grabstein in Heiland-Illi neu stellt das Mutter den Namen Elisabeth Meißer.
00:08:27: Und dieser Umstand hat mich dann sehr lange beschäftigt und ich müsste irgendwie im Roman eine Lösung für dieses Rätsel finden.
00:08:35: Und ich denke, das ist mir gelungen.
00:08:38: Vielleicht ist es so passiert aber vielleicht ist es Fiktion?
00:08:42: Ich weiß es nicht.
00:08:43: Das auch die Örtlichkeit besuchst du sich daraus oder?
00:08:46: Nein!
00:08:47: Also... Es war spannend.
00:08:52: Die Geschichten sind eigentlich wie das Leben.
00:08:55: Es ist immer extrem viel Zufall bei mir, weil ich nicht nach etwas suche sondern ich lass mich etwas finden.
00:09:06: Da gibt es eine komische Website von irgendwelchen Necrophilen die heißt findagrave.com und da kann man seinen Namen eingeben Und dann findet man den passenden Grabstein von Verstorbenen.
00:09:25: Ich habe dann Peter Belli eingegeben und habe tatsächlich seinen Grabstein in Highland Linoe gefunden, gleichzeitig auch noch seines Brutes John.
00:09:38: also die haben einen Familiengrau
00:09:41: So eine Art Facebook für Verstorbenen.
00:09:43: Ja, so ist das!
00:09:45: Eine Marklücke vielleicht für ein neues Konzept?
00:09:48: Und das wäre natürlich spannend.
00:09:49: also insofern hat sich dort auch die Lücke geschlossen.
00:09:53: und ja aber es ist auch spannend.
00:09:56: oder eigentlich ist das Buch ja nie fertig weil du jeden Tag wieder etwas Neues im Internet findest.
00:10:03: und es ist spannend wie.
00:10:05: gewisse Quellen sind halt sagts mal amerikanisch oder nein, das ist nicht so sorgfältig.
00:10:13: Also plötzlich wird aus dem Todestag des Bruders das Todestag von Peter gemacht und dann denkst du so plötzlich okay historisch stimmt das vielleicht nicht die muss ich jetzt nochmal recherchieren aber es ist ein heimatloser Roman.
00:10:29: und Romane lassen dann bist du mehr Spielraum.
00:10:31: also soll auch nicht ein historisches Buch werden.
00:10:35: Wenn man ja so ein Buch schreibt, das ist ja wie bei mir im Moment mit dem Fantasybuch.
00:10:38: Da bist du in einer ganz eigenen Welt drin und bei dir ist es dasselbe.
00:10:42: Du bist aber auch in einer anderen Zeit, also in der realen Zeit die existiert hat.
00:10:47: Also dich mit diesem neunzehnten Jahrhundert so beschäftigt hast oder mit der Mitte zumindest.
00:10:51: was hatte ich am meisten faszinierter dieser Zeit?
00:10:54: Der amerikanische Bürgerkrieg ist an mir... im Geschichtsunterricht völlig vorbeigegangen.
00:11:01: Auch die ganze Auswanderungsgeschichte ist dann mir vorbeigegangen und ich finde das spannend, weil mit der Auswanderung und umgekehrt die Einwandlung ein Riesenthema ist.
00:11:12: Und wir vergessen oft dass unsere Vorfahren aus den selben Gründen wie heute Leute zu uns kommen nach ins Ausland gegangen sind in der Zeit Rund die Hälfte, vielleicht etwas weniger Leute verloren.
00:11:30: Die sind ausgewandt nach Russland und Amerika.
00:11:34: Die mussten weg!
00:11:36: Und das finde ich spannend.
00:11:37: Ich will auch nicht politisch werden aber einfach so sagen wir schnell sich die Sachen ändern können.
00:11:45: Was mich fasziniert hat ist natürlich die Brutalität dieses Krieges.
00:11:50: Es gibt eine Szene wo Peter im Lazarett liegt erklärt Ja, also es ist einfach unglaublich, wie er die Haufen von abgetrennten amputierten Gliedern sieht und so weiter.
00:12:07: Und wenn man das dann mal recherchiert, wie das funktioniert hat in dem Feldlazere, dann fehlen sogar mir die Worte um das Treffen zu beschreiben.
00:12:20: Vielleicht will man das auch gar nicht!
00:12:22: Ein trauriges Kapitel der Menschheit.
00:12:24: könnte man das eigentlich, glaube ich, nehmen.
00:12:25: Ein
00:12:26: weiteres ja?
00:12:27: Ich
00:12:27: bin sehr gespannt auf dein Buch!
00:12:28: Ich freue mich sehr darauf.
00:12:30: beim Film Golden Door habe ich übrigens geweint... ...das ist der einzige Film den ich zum Wein gebracht hat und ich bin jetzt dann auch sehr gespannt ob das dein Buch auch schaffen, ich glaube daran.
00:12:40: Ich glaube auch, ich hatte gegessen die Diskussion oder?
00:12:43: Man soll sich aufregen, man soll weinen, man so lachen und wenn das nicht passiert mit einem Buch, dann ist es A waste of paper, dann ist es Papierverschwendung.
00:12:55: Ein Buch das nicht in Erinnerungen bleibt finde ich als nicht des Schreibens und Lesens wird.
00:13:02: Hast du ganz sicher recht würdest du uns doch den klappen Text von deinem Buch vorlesen?
00:13:07: Ja!
00:13:09: Außer euer Vater Hans oder Tabin Selig war ein fleißiger Mann und hat seine Verantutung immer wahrgenommen Ganz im Gegensatz zu den Franzosen, die sich einfach aus dem Stab gemacht haben und nicht mehr zurückgekehrt sind.
00:13:27: Auch sonst verehrt sich niemand in unser Tal!
00:13:31: Bis jetzt gehen alle in die andere Richtung um die Heimat hinter sich zu lassen.
00:13:37: Der Gemeinderat hat beschlossen dass auch ihr Davos verlassen müsst.
00:13:42: Um euch und allen anderen Bewohnern zu helfen reist ihr nach Amerika.
00:13:48: Dort könnt ihr ein neues Glück versuchen.
00:13:52: Wir können und wir wollen uns euch nicht länger leisten!
00:13:58: wurde präsentiert von Ebtunverlag.
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